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Papiertapeten

Die meisten Tapeten für Baby- und Kinderzimmer sind aus Papier. Sie sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich, bzw. einlagig aus Simplex Papier oder doppellagig aus Duplex Papier. Sie können eine leicht angerauhte oder eine glatte Oberfläche haben. In der Regel sind Papiertapeten abwaschbar, bzw. mit einem feuchten Tuch vorsichtig zu reinigen. 

Verarbeiten & Entfernen von Papiertapeten

Papiertapeten werden mit einem Universalkleister bzw. mit Tapetenkleister für Papiertapeten angebracht. Ist die Wand grundiert oder mit einer Wandfarbe gestrichen, ist kein Einkleistern der Wand nötig. Die Tapete wird auf der Rückseite eingekleistert und sollte rasch an die Wand gebracht werden: vermeiden Sie langes Einweichen, das leider nach wie vor von vielen Malerbetrieben praktiziert wird. Das führt dazu dass die Tapete sehr weich und dehnbar wird - sie dehnt sich im feuchten Zustand stark an der Wand aus. Ist sie jedoch vollständig getrocknet, ziehen sich die Bahnen wieder zusammen und die Wandstreifen dazwischen werden sichtbar.

Papiertapeten sind nass abziehbar. Nehmen Sie einen Schwamm und nässen Sie die tapezierte Wand. Bei Duplextapeten muss der Vorgang wiederholt werden, damit die Feuchtigkeit auch in die erste Lage durchdringt. Handelt es sich um Trockenbauwände (Gipskartonwände) sollte darauf geachtet werden, dass die Papierschicht der Gipswand nicht beschädigt wird. Tapeten aus Duplexpapier lassen sich von solchen Wänden am besten trocken abziehen: die zwei Papierschichten spalten sich - die obere Papierlage lässt sich trocken abziehen, die untere Papierlage klebt fest an der Wand und kann als Grundlage für die neue Tapete verwendet werden. 

Vliestapeten

Vliestapeten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weil sie sich schneller und einfacher verarbeiten lassen als Papiertapeten. Sie haben ein Trägermaterial aus Vliesgewebe, sie sind robust, abwaschbar und in der Regel dicker als Papiertapeten. Vlies ist ein Naturprodukt, biologisch abbaubar, wasserdampfdurchlässig und schwer entflammbar. 

Verarbeiten & Entfernen von Vliestapeten

Für die Verarbeitung von Vliestapeten ist ausschließlich Tapetenkleister für Vliestapeten zu verwenden. Ist die Wand grundiert oder vorgestrichen, ist kein Vorkleistern nötig. Handelt es sich jedoch um einen saugenden Untergrund, ist ein Vorkleistern empfehlenswert. Dadurch trocknet der Kleister nicht so schnell und Sie haben mehr Zeit zum arbeiten. Denn im Gegensatz zu Papiertapeten werden Vliestapeten nicht eingekleistert - tragen Sie den Kleister direkt an die Wand auf und bringen Sie trockene Tapetenbahn an die Wand. Vliestapeten sind auch für Ungeübte geeignet: sie verändern ihre Größe beim Trocknen nicht, bzw. dehnen sich nicht aus und ziehen sich nicht zusammen. Sie setzen keinen Tapeziertisch voraus und auch keine Tapeziervorkenntnisse. Probieren Sie es aus!

Vliestapeten haben einen weiteren Vorteil gegenüber Papiertapeten: sie sind auch Jahre später trocken abziehbar. Dazu benötigen Sie kein Werkzeug und auch keine Vorkenntnisse. Von Massivwänden lassen sich Vliestapeten als komplette Bahnen abziehen, an Trockenbauwänden (Gipskartonwänden) haften die Tapeten immer etwas stärker - lassen sich aber in der Regel auch in großen Stücken abziehen.

Vinyltapeten

Vinyltapeten sind besonders robust und feuchtigkeitsunempfindlich. Sie bestehen aus zwei Schichten: einem Träger aus Papier oder Vlies und einer Deckschicht aus Vinylkunststoff. Sie sind komplett abwaschbar und sogar scheuerfest - deswegen für Küche, Badezimmer, Flur und natürlich Kinderzimmer bestens geeignet.

Verarbeiten & Entfernen von Vinyltapeten

Abhängig davon ob die Vinyltapete einen Papier- oder Vliesträger hat, ist sie wie eine Papier- bzw. Vliestapete zu verarbeiten und zu entfernen. Verwenden Sie beim Papierträger einen Kleister für Papiertapeten bzw. einen Universalkleister und kleistern Sie die Tapete ein. Ist die Wand grundiert oder mit einer Wandfarbe gestrichen, ist kein Vorkleistern der Wand nötig. Beim Vliesträger kleistern Sie die Wand ein und bringen Sie trockene Tapetenbahn an die Wand, wie es bei Vliestapeten üblich ist. Einen Hinweis dazu ob Ihre Vinyltapete einen Papier- oder Vliesträger hat finden Sie direkt auf dem Etikett des Produkts.

Vinyltapeten lassen sich trocken abziehen, die Vinylschicht trennt sich beim Abziehen vom Tapetenträger. An Trockenbauwänden (Gipskartonwänden) haftet dieser Träger in der Regel so gut, dass er bedenkenlos als Grundlage für neue Tapeten verwendet werden kann.

Rapport

Alle Muster- und Motivtapeten haben einen Rapport: ein wiederkehrendes Muster auf der Tapetenbahn. Der Rapport in cm gibt an, in welchen Abständen sich dasselbe Muster auf der Tapetenbahn wiederholt. Hat eine Tapete z.B. einen Rapport von 53cm, bedeutet das, dass alle 53cm dasselbe Muster bzw. Motiv auf die Bahn gedruckt ist.

Versatz

Bei allen Motiv- und Mustertapeten muss beim Tapezieren auf den Versatz geachtet werden. Der Versatz gibt an, in welchen Abständen die einzelnen Bahnen verschoben werden müssen, damit das Muster von Bahn zur Bahn fortlaufend ist und ein makelloses Gesamtbild entsteht. Auf dem Etikett der Tapete ist der Versatz angegeben. Dabei unterscheidet man folgende Symbole:

Ansatzfrei - das bedeutet, beim Tapezieren muss nicht auf das Muster geachtet werden, bzw. die Tapete hat keinen Rapport (z.B. Uni- oder Streifentapete). Es muss kein Verschnitt einkalkuliert werden, die Tapetenbahnen können fortlaufend geschnitten und an einander tapeziert werden.

Gerader Ansatz - hat eine Tapete einen geraden Ansatz, bedeutet das, dass das Muster auf der linken und rechten Bahnkante auf der gleichen Höhe ist. Alle Bahnen sind identisch und damit sie seitlich zueinander passen, dürfen sie in der Höhe nicht verschoben werden.

Versetzter Ansatz - hat eine Tapete einen versetzen Ansatz, müssen die Bahnen in der Höhe verschoben werden, um zueinander zu passen. Der Versatz ist in der Regel in cm angegeben und gibt an, um welchen Abstand die nächste Bahn jeweils verschoben werden muss. Hat eine Tapete z.B. einen Rapport von 53cm und einen versetzten Ansatz, muss jede folgende Bahn um 26,5cm in der Höhe verschoben werden.

Charge

Auf dem Etikett jeder Tapetenrolle ist eine Charge/Batch bzw. Anfertigung angegeben. Diese kann eine Zahl, ein Buchstabe oder eine Kombination der beiden sein. Rollen mit übereinstimmender Charge sind in Bezug auf Farben, Muster und optisches Erscheinungsbild identisch. Achten Sie beim Tapezieren darauf, in einem Raum Rollen der selben Charge zu verwenden um Abweichungen zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, so sollte eine Wand unbedingt mit Rollen aus einer Charge tapeziert werden - beim Tapezieren um die Ecke fallen kleinere Farbabweichungen oder "Schatten" kaum auf, weil das Licht im anderen Winkel auf die Fläche fällt.