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Wandvorbereitung

Tapezieren fängt mit der Vorbereitung der Wand an - denn auch kleine Unebenheiten sind durch die Tapete später sichtbar. Dickere Vliestapeten sind etwas toleranter und können kleinere Schönheitsfehler verzeihen - dennoch werden bei sorgfältiger Untergrund Vorbereitung die besten Ergebnise erzielt.

Befreien Sie Ihre Wände von alten Tapetenresten. Lediglich die untere Papierschicht bei Duplex Papiertapeten bzw. der Papierträger bei Vinyltapeten kann auf Trockenbauwänden (Gipskartonwänden) als Grundlage für neue Tapeten dienen. Tapezieren Sie niemals vollflächig auf Raufaser - die Unebenheiten scheinen durch und sind je nach Lichtverhältnissen mehr oder weniger stark sichtbar. Entfernen Sie die Raufaser von der Wand oder greifen Sie auf Bordüren zurück: aufgrund der kleinen und in der Regel bunten/durchgemusterten Fläche erzielen Sie mit Bordüren auch auf Raufaser gute Ergebnise.

Ist die Wand grundiert oder vorgestrichen ist kein Vorkleistern nötig. Handelt es sich jedoch um einen stark saugenden Grund wie Gipskarton oder Beton, sollten sie die Wände unbedingt grundieren: zum einen trocknet der Kleister im Anschluss nicht so schnell und Sie haben mehr Zeit zum arbeiten, zum anderen schützen Sie die Gipskartonwand dadurch vor Aufweichen und bekommen die Tapeten beim späteren Abtapezieren leichter von der Wand. 

Tapetenkleister

Verwenden Sie für Papiertapeten einen Kleister für Papiertapeten oder einen Universalkleister, z.B. von Methylan. Für Vliestapeten verwenden Sie ausschließlich Vlieskleister. Rühren Sie den Kleister nach Anweisung mit Wasser an und vermeiden Sie Klumpenbildung für beste Tapezierergebnise. Achten Sie unbedingt darauf den Kleister gleichmäßig aufzutragen - Kleisterüberschüsse können an der Wand nicht entweichen und bleiben nach vollständigem Durchtrocknen in Form von unschönen Blasen zurück.

Los geht´s!

Wird mit Papiertapeten oder Vinyltapeten auf Papierträger tapeziert, müssen die Tapeten auf der Rückseite eingekleistert werden. Schneiden Sie die Bahnen mit etwas Überstand zu (auf Rapport achten!) und legen Sie immer 2 davon übereinander auf den Tapeziertisch. Eine Bahn ziehen Sie zu einer Längskante des Tisches, so dass sie bündig auf ihr liegt - die andere legen Sie darüber und bündig auf die andere Tischkante: so brauchen Sie alle 2 Bahnen den Tisch zu säubern und können schneller arbeiten.

Kleistern sie die obere Bahn mit einem Kleisterpinsel gleichmäßig ein und achten Sie besonders darauf, auf den Tapetenkanten genügend Kleister aufzutragen - diese trocknen am schnellsten. Ist die oberste Bahn eingekleistert, klappen Sie die Enden längs jeweils zur Mitte zu, Kleister auf Kleister. Drücken Sie die Kanten vorsichtig auf einander - keine Sorge, die Bahn klebt nicht so schnell zusammen. Im Anschluss können Sie die so zusammengeklappte Bahn zur Mitte hin aufrollen (die beiden Enden) und zur Seite legen. Kleistern Sie die 2. Bahn ein und rollen Sie sie ebenfalls wie beschrieben zusammen. 

Schon können Sie die erste Bahn an die Wand bringen: die davor zusammen gerollte Bahn können Sie problemlos sicher in der Hand halten, auch wenn Ihr Raum sehr hoch ist. Erst wenn Sie sicher auf der Leiter stehen, ziehen Sie das obere Ende der Bahn vorsichtig auseinander und drücken Sie es an die Wand. Wenn der Anfang der Bahn an der Wand haftet, können Sie das untere Ende der Bahn abziehen und parallel zur Wand nach unten hängen lassen, ohne dass die Bahn einreisst oder an der Leiter haftet. Tapezieren Sie immer von links nach rechts und kleben Sie Stoß auf Stoß. Setzen Sie die Bahn oben an und kontrollieren Sie ob die Stöße aufeinander passen. Anschließend können Sie die Bahn andrücken und nach unten und zu den Seiten hin die Luft ausstreichen. Eine weiche Bürste leistet gute Dienste, sie ist aber bei Blasenbildung nicht wirklich hilfreich bzw. kann nicht genug Druck ausüben, um die Blasenbildung zu vermeiden. Ein Glasabzieher ist jedoch in jedem Haushalt zu finden - das breite, flache Gummi übt einen gleichmäßigen Druck aus, ist aber weich genug um die Tapete nicht zu beschädigen. Probieren Sie es aus!

Mit Vliestapeten haben Sie es einfacher: diese werden nicht eingekleistert, sondern an die eingekleisterte Wand trocken angebracht. Sie haben den Vorteil dass sie ihre Größe nicht verändern bzw. sich nicht ausdehnen wie z.B. Papiertapeten - somit sind sie auch für Ungeübte sehr gut zu verarbeiten. Halten Sie die Tapetenrolle fest in einer Hand, während Sie mit der anderen die Tapete an der Wand glatt streichen.

Überstände abschneiden

Die Überstände an der Decke und Boden schneiden Sie am besten mit einem sehr scharfen Cuttermesser ab. Halten Sie das Messer beim Schneiden der Deckenüberstände möglichst flach zur Wand, andernfalls reisst die Tapete im nassen Zustand sehr schnell. 

Innen- & Außenecken tapezieren

In den Innenecken sollten Sie überlappend kleben: fahren Sie mit der Bahn 0,5-1cm um die Ecke oder schneiden Sie ggbfs. den zu großen Überstand etwas zurück.

Die folgende Bahn setzen Sie ganz in der Ecke an und kleben Sie über den Überstand drüber. So haben Sie eine schöne geschlossene Ecke und die Wand darunter scheint nicht durch. Nur bei absolut geraden Ecken - die leider nur sehr selten verhanden sind - können Sie eine Bahn um die Ecke kleben und mit der folgenden Bahn am Stoß wieder ansetzen. Ist die Ecke jedoch nicht absolut gerade, bilden sich kleine Falten oder Risse und außerdem ist es schwierig, den evtl. Rapport anzupassen.

Außenecken müssen viel aushalten: endet die Tapete genau an der Ecke, reisst sie schnell wenn man daran hängen bleibt, sich an die Wand lehnt usw. Mit der Zeit klebt sie nicht mehr richtig und wird unansehnlich. Ist die Tapete nicht sehr dick, können Sie auch bei Außenecken wie bei Innenecken überlappend kleben: kleben Sie die Bahn etwas um die Ecke und setzen die neue Bahn 1-2mm von der Ecke weg an, über den Überstand drüber. Handelt es sich um eine sehr dicke Tapete, ist dieser Überstand leider unter der neuen Bahn zu sehen. Meist wird dies jedoch nicht als sehr störend empfunden - denn schließlich ist der Ärger später größer, wenn sich die Tapete an der Ecke löst.

Tapeten & Bordüren anbringen

Werden zwei unterschiedliche Tapetendesigns mit einer Bordüre dazwischen verwendet, stellt sich häufig die Frage, ob die Bordüre über die Tapeten angebracht wird oder direkt an die Wand, zwischen den Tapeten. Nun, die Bordüre auf den Tapetenstoß zu kleben setzt voraus, dass 100%-ig genau gearbeitet wird - beim senkrechten Tapezieren ist es fast unmöglich, bei mehreren Bahnen eine absolut gerade Kante hinzubekommen die sichtbar bleiben kann. Deswegen sollte die Bordüre auf die Tapeten geklebt werden. Die Tapete der oberen Wandfläche sollte also bis an die Tapete der unteren Wandfläche reichen - die Bordüre wird auf die beiden Tapeten geklebt und deckt den Übergang ab. Achten Sie darauf, nicht viel Wandfläche dazwischen zu haben - dieser Übergang bzw. die Vertiefung bleibt durch die Bordüre sichtbar.

Anders beim Quertapezieren, z.B. bei Uni- oder Streifentapeten: wird eine Bahn quer an die Wand geklebt, kann im Anschluss daran die Bordüre Stoß auf Stoß geklebt werden.